DFS und Bundeswehr vereinbaren Kooperation auf dem Gebiet aeronautischer Daten
Die Deutsche Flugsicherung GmbH und das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr haben am 21. Juli 2011 eine Kooperationsvereinbarung und ein korrespondierendes "Letter of Intent" auf dem Gebiet aeronautischer Datenverarbeitung unterzeichnet.
Für die DFS unterzeichneten Pierre Hermann (Leiter AIM), Osman Saafan (Leiter ZM) und Stefan Smietana (Leiter AIM/T), sowie für das AFSBw Oberst Frank Fuhrmann (Abteilungsleiter Militärische Flugsicherung) und Oberstleutnant Jürgen Kollmer (Gruppenleiter Gruppe II).
Die Vereinbarungen sind ein erster Schritt in Richtung Zentralisierung der Datenhaltung aeronautischer Daten und dienen dem weiteren Ausbau der zivil-militärischen Zusammenarbeit zwischen DFS und Bundeswehr.
Bislang nutzen DFS und AFSBw zum Erfassen, Verarbeiten und Pflegen aeronautischer Daten jeweils eine eigene technische Infrastruktur, d.h. die Daten werden von zwei verschiedenen Systemen erfasst, verarbeitet und gepflegt: der GDV AeroDB (Geo-Daten-Verarbeitungssystem Aero Datenbank) für die DFS und dem FSInfoSysBw (Flugsicherungs-Informationssystem der Bundeswehr) des AFSBw.
Die laut europäischen Vorgaben vorgeschriebene Lieferung der entsprechenden Daten an die EUROCONTROL-Datenbank EAD (European Aeronautical Data-Base) durch beide Systeme erfolgt bislang ebenfalls getrennt, was regelmäßig zu manuellen Aufwänden bei der Pflege der Daten in der EAD führt.
Die Kooperationsvereinbarung benennt eine Reihe von Maßnahmen und Möglichkeiten, um künftig eine redundante Pflege aeronautischer Daten für Deutschland zu vermeiden und die Qualität der Datenverarbeitung in der GDV AeroDB und dem FSInfoSysBw weiter zu optimieren.
Das langfristige strategische Ziel der Kooperation ist die Lieferung von aeronautischen Daten von DFS und AFSBw an die EAD aus einer Hand und die Zentralisierung der Datenhaltung in einer führenden „Master“-Datenbank. Hierfür ist die unterzeichnete Vereinbarung ein erster Schritt.
Aeronautische Daten:
Die DFS erfasst aeronautische Daten im System GDV AeroDB. Zuständig für die Datenpflege sind Abteilungen aus den Geschäftsbereichen CC, TWR und AIM. Die Daten werden unter anderem zur Erstellung der AIP (Aeronautical Information Publication) und der Produktion von Luftfahrtkarten genutzt. Digitale Daten aus der GDV AeroDB werden zudem internen Nutzern zur Verfügung gestellt und an externe Kunden verkauft. Darüber hinaus werden auf Grundlage dieser Daten Radarkarten und Arbeitskarten für die Betriebsdurchführung in den Niederlassungen erstellt.
Die Bundeswehr betreibt für die Militärische Flugsicherung das rechnergestütztes Informationssystem FSInfoSysBw. Dieses System stellt Flugsicherungsdaten (z.B. Flugpläne, NOTAM) für den Luftraumnutzer, den Einsatzführungsdienst Luftwaffe und der mil. Flugsicherung zur Verfügung. Darüber hinaus werden Daten mit zivilen und militärischen Flugsicherungsorganisationen national und international ausgetauscht.
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