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Luftraummanagement COMIL & AMC PDF Drucken E-Mail

Luftraum ist eine gemeinsame, nicht veränderbare Ressource.

Um jedem potentiellen Nutzer die gesamte Bandbreite der Luftraumnutzung zu ermöglichen, im hoheitlichen Auftrag wie auch in der sportlichen und gewerblichen Luftfahrt, ist die gemeinsamen Nutzung des vorhandenen Luftraums von besonderer Bedeutung.

Zur Gewährleistung der Sicherheit in der Luftraumnutzung ist es dabei notwendig, besondere Maßnahmen, abgestimmt auf die Art der Nutzung, durchzuführen.

Dies betrifft einerseits die Koordination besonderer Vorhaben im Luftraum untereinander, um eine gegenseitige Gefährdung der Teilnehmer am Luftverkehr auszuschließen. Andererseits ist, um einen sparsamen Umgang mit dem verfügbaren Luftraum zu erreichen und unnötige Sperrungen zu vermeiden, die Einrichtung und Steuerung zeitweilig reservierter Lufträume abhängig von der Dauer der Nutzung angebracht.

Die Besonderheiten und der Raumbedarf der militärischen Luftraumnutzung machen es erforderlich, diese in enger Zusammenarbeit mit den Dienststellen der zivilen Flugsicherung zu koordinieren, um auch die Belange der zivilen Luftfahrtteilnehmer entsprechend berücksichtigen zu können.

Diese Aufgabe wird durch das AFSBw, Dezernat I 5 mit den Teilgebieten COMIL und AMC, in direkter Zusammenarbeit mit der zivilen Flugsicherung durchgeführt.

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Die Koordinationszentrale für militärische Luftraumnutzung

(COMIL – Coordination Center for Military Airspace Utilization)

In der COMIL werden Lufträume für militärische Sondervorhaben und die Flugstrecken der Beobachtungs- und Verifizierungsflüge der OSZE-Staaten im Rahmen von Open Skies koordiniert, eingerichtet und veröffentlicht. Sie arbeitet eng mit der zivilen Flugsicherung zusammen und bildet das Bindeglied zu den Verbänden der Bundeswehr und ihrer NATO-Partner.

Im Sachgebiet fliegerische Übungen erfolgt zunächst die Abstimmung besonderer militärischer Flugvorhaben (Einsätze mit größeren Formationen, besondere Flugprofile, fliegerische Übungen) untereinander und mit Vorhaben auf ziviler Seite, um zeitliche und räumliche Überschneidungen zu verhindern.

In Zusammenarbeit mit der zivilen Flugsicherung werden dann Übungsräume und Flugprofile erstellt und koordiniert, die eine reibungslose und sichere Durchführung gewährleisten, aber auch Störungen im zivilen Luftverkehr vermindern. Zusätzlich werden die erforderlichen Luftfahrtveröffentlichungen zur Information der militärischen und zivilen Teilnehmer im Luftverkehr veranlasst.

Im Sachgebiet PJE erfolgt die Bearbeitung von militärischen Vorhaben wie Fallschirmspringen, dem Abwurf von Lasten sowie dem Aufstieg von Wetterballons und Radiosonden. Jahr für Jahr werden hier etwa 1500 militärische Fallschirmspringen angemeldet, mit anderen Vorhaben im Luftraum und der Flugsicherung koordiniert und die zivilen und militärischen Luftfahrtteilnehmer über diese Ereignisse informiert.

Grundlage der Planung militärischer Vorhaben wie auch der zivil – militärischen Koordination bildet eine Datenbank, die neben allen militärischen Vorhaben auch zivile Groß- und Sonderveranstaltungen wie Massenaufstiege von Luftballons, Segelflugwettbewerbe oder Lehrgänge im Fallschirmspringen enthält.

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Die Luftraum Management Zelle

( AMC – Airspace Management Cell )

Europa ist eine wichtige Industrieregion mit regem internationalem Flugverkehr. Hunderte von Airlines und Chartergesellschaften benutzen täglich den Luftraum. Da Deutschland mitten in Europa liegt, ist es für den kommerziellen Luftverkehr im europäischen Rahmen von besonderer Bedeutung.

Zur Abwicklung des Reiseverkehrs ist Europa mit einem Netz vordefinierter Luftstraßen überzogen. Dabei werden militärische Übungslufträume ausgespart, um gegenseitige Gefährdungen auszuschließen. Durch die Zunahme des kommerziellen Luftverkehrs kommt es, ähnlich wie bei Autobahnen, zu Überlastungen des Streckennetzes und daraus resultierend auch zu Verspätungen im Luftverkehr.

Zur Verringerung dieser Verspätungen wurde auf europäischer Ebene das Konzept Flexible Luftraumnutzung (FUA – Flexible Use of Airspace) entwickelt und auch in der Bundesrepublik Deutschland umgesetzt.

Kerninhalt des Konzepts ist die Definition zusätzlicher Luftstraßen durch militärische Übungslufträume und die Freigabe dieser Luftstrassen für den zivilen Luftverkehr, wenn keine militärische Nutzung stattfindet. Hierdurch werden zusätzliche Kapazitäten für den kommerziellen Luftverkehr zur Verfügung gestellt.

Die Steuerung der Nutzung dieser zusätzlichen Luftstrassen und militärischen Übungslufträume erfolgt in der Luftraum Management Zelle (AMC - Airspace Management Cell), einer Einrichtung wie sie jeder Mitgliedstaat von EUROCONTROL unterhält. Sie ist zivil-militärisch besetzt und bereitet Tag für Tag einen Luftraum-Belegungsplan (AUP – Airspace Use Plan) vor. Dieser Plan enthält die Verfügbarkeit sämtlicher militärischer Übungslufträume und zusätzlich eingerichteter Luftstraßen für den zivilen Luftverkehr und wird täglich an die Verkehrsfluss-Regelungszentrale (CFMU – Central Flow Management Unit) von EUROCONTROL in Brüssel geschickt.

In der CFMU laufen alle Pläne für den europäischen Luftraum zusammen, werden von einem Computersystem zu einem gesamteuropäischen Plan zusammengestellt und den Luftfahrtgesellschaften als Grundlage für ihre Flugplanung übermittelt.

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